Ein Austausch in Hongkong ist dicht, schnell und wie nirgendwo sonst: eine kantonesische Megacity, in der du vor dem Frühstück einen grünen Bergkamm erklimmst, mittags für 5 € Dim Sum isst und bei Sonnenuntergang schon Inseln hoppst. Perfekt für alle, die eine echte Asien-Basis wollen, englischsprachige Kurse an topgerankten Unis und ein Sprungbrett nach Japan, Taiwan und Vietnam. Nur ist es teuer und die Wohnungen winzig.
Währung
Hong Kong dollar (HK$)
Sprachen
Kantonesisch, Englisch
Notrufnummer
999
Monatsbudget
1,100–1,700 € / Monat
Beste Reisezeit
Das Herbstsemester (Sept-Dez) entgeht der schlimmsten Sommerschwüle; das Frühjahrssemester (Jan-Mai) endet genau, wenn die Strandsaison beginnt.
Fortbewegung
Die MTR-Metro ist schnell, günstig und blitzsauber; tap alles mit einer Octopus-Karte, Busse und Fähren füllen die Lücken.
Das Visum in einem Satz
Fast jede:r braucht ein Studierendenvisum: deine Hongkong-Uni sponsert dich, du schickst Dokumente und eine Gebühr, dann holst du ein Entry Label ab, das du bei Ankunft aktivierst. Fang 2-3 Monate vorher an.
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Warum Austausch in Hongkong
Hongkong packt einen ganzen Kontinent in 90 Minuten MTR. Erst Glasfassaden und Dai-Pai-Dong-Nudelstände, 20 Minuten später bist du schon auf einem Dschungelpfad oder an einem menschenleeren Strand auf einer der vorgelagerten Inseln. Die großen Unis hier (HKU, HKUST, CUHK) stehen in den weltweiten Top 50, unterrichten auf Englisch und ziehen eine riesige internationale Austausch-Crowd an, du bist also nie die oder der Einzige, die/der sich hier durchfragen muss.
Es ist auch die bestvernetzte Basis Asiens für Studis, die auf günstige Flüge stehen: HK Express und Cathay fliegen billig nach Taipeh, Tokio, Manila und Ho-Chi-Minh-Stadt. Geh hierhin, wenn du Intensität, Essen und ein Sprungbrett in die Region willst. Lass es, wenn du ein ruhiges, günstiges, stilles Semester suchst, denn das hier ist eine laute, teure, nonstop Stadt und die Mieten werden dich schockieren.
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Studileben & Social Scene
Das soziale Leben teilt sich zwischen Campus und Stadt. Auf dem Campus gibt es Austauschstudierenden-Societies, Hall-Kultur (wenn du ein Zimmer ergatterst, organisieren die Halls eigene Dinner, Sport und schräge Traditionen) und eine große internationale Crowd, die sich schnell zusammenrauft, weil alle neu und ein bisschen orientierungslos sind. Außerhalb des Campus konzentriert sich das Nachtleben auf Lan Kwai Fong und SoHo auf Hong Kong Island: happige Drinkpreise, aber jag die Happy Hours und Free-Flow-Deals.
Der Haken: Viele lokale Studis pendeln nach Hause zur Familie, deshalb hängt die typische enge Erasmus-Energie, bei der alle zusammenleben, vor allem an der Austausch-Bubble und den Hall-Bewohnern. Wochenenden sind für Junk-Boat-Partys da (im Sommer ein Boot mit 20 Leuten mieten), Hiking und Fähren nach Cheung Chau oder Lamma. Lern ein paar kantonesische Wörter wie 'm goi' (danke) und du bekommst überall wärmeren Service und Grinsen.
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Geld & Lebenshaltungskosten
Hongkong ist wirklich teuer, und die Miete ist der Grund. Fast alles andere kann billig sein: eine Schüssel Wonton-Nudeln kostet 5 €, die MTR unter 2 € pro Fahrt, und der 7-Eleven ist dein Late-Night-Rettungsanker. Rechne realistisch mit etwa 1.000-1.500 € im Monat all-in, wenn du privat wohnst; mit einem subventionierten Uni-Hall-Platz kannst du auf 700-900 € runterkommen.
Der Trick ist, wie ein Local zu essen. Cha-Chaan-Teng-Cafés und Dai-Pai-Dong-Straßenstände kosten einen Bruchteil der Glamour-Restaurants in Central und schmecken ehrlich gesagt besser. Drinks sind der Budget-Killer, ein Bier in Lan Kwai Fong kostet 8-11 €, also vorglühen bei 7-Eleven am Bordstein und Happy Hours jagen, bevor du in eine Bar gehst.
Hall-Zimmer (falls du eins bekommst) — 250-470 €/Monat
Privates Zimmer in einer WG — 700-1.050 €/Monat
Lokales Essen in einem Cha Chaan Teng — 5-8 €
Monatlicher Transport (MTR + Busse) — 50-70 €/Monat
Bier in Lan Kwai Fong — 8-11 €
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Eine Unterkunft finden
Wo du wohnst, hängt von deiner Uni ab. HKU-Studis clustern sich in Sai Ying Pun, Kennedy Town und Sheung Wan (fußläufig, an der Tramlinie); CUHK liegt oben in Sha Tin und Tai Wai in den New Territories; HKUST liegt weit draußen in Clear Water Bay, deshalb wohnen die Leute in Hang Hau oder Tseung Kwan O. Kowloon (Mong Kok, Sham Shui Po, Hung Hom nahe PolyU) ist günstiger und rauer.
Halls sind die billigste Option, aber umkämpft und für Austauschstudierende nicht garantiert, also bewirb dich, sobald das Portal öffnet. Sonst bleibt der private Markt: Coliving-Marken (Weave, Dash Living), Makler, die etwa eine halbe Monatsmiete als Gebühr verlangen, und Facebook-Wohnungsgruppen. Zahl nie eine Kaution, bevor du die Wohnung persönlich oder per Live-Videocall gesehen hast, sei misstrauisch bei Preisen, die zu gut klingen, und rechne mit Wohnungen, die deutlich kleiner sind als auf den Fotos.
Nahe HKU: Kennedy Town / Sai Ying Pun — fußläufig und lebendig, teurer
Nahe CUHK: Sha Tin / Tai Wai — grüner und günstiger, längerer Pendelweg
Nahe HKUST: Tseung Kwan O / Hang Hau — ruhige Neubauten, abgelegen
Coliving (Weave, Dash Living) — möbliert und flexibel, ab ~900 €/Monat
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Fortbewegung
Die MTR ist schnell, blitzsauber, klimatisiert und erreicht fast überall. Hol dir am ersten Tag eine Octopus-Karte und tap sie für Metro, Busse, Trams, Fähren und sogar Convenience Stores. Vollzeitstudierende unter 26 können eine Student Octopus beantragen, die MTR-Fahrten etwa halbiert, also frag im Uni-Sekretariat, ob dein Austauschstatus dafür qualifiziert. Die alten Doppeldecker-Trams ('Ding Dings') auf Hong Kong Island kosten pauschal etwa 0,30 €.
Für die Überfahrt über den Hafen ist die Star Ferry eine 0,40-€-Postkarten-Fahrt, die du allein wegen der Aussicht machst. Hier ist nichts weit weg, das ganze Territorium ist kleiner als die meisten europäischen Regionen. Für Ausflüge erreichen Fähren Macau in etwa einer Stunde, und billige Flüge vom Flughafen (an der Airport-Express-Linie) bringen dich für ein einziges Wochenende nach Taiwan, Japan und Südostasien.
Octopus-Karte — tappen für MTR, Bus, Fähre, Tram und Shops
Der Unterricht an den großen Unis (HKU, HKUST, CUHK, CityU, PolyU) läuft auf Englisch und ist wirklich anspruchsvoll, mit einem US-artigen Setup: laufende Bewertung, Midterms, Gruppenprojekte und eine Abschlussprüfung. Benotet wird mit Buchstabennoten auf einer 4,0-4,3-GPA-Skala, und viele Kurse sind curved, das heißt deine Note hängt teilweise davon ab, wie die ganze Klasse abschneidet, was hart wirken kann, wenn du absolute europäische Benotung gewohnt bist.
Die meisten Austauschstudierenden belegen vier oder fünf Kurse (meist 6 lokale Credits je, also grob 24-30 Credits pro Semester), was Heimatunis meist auf rund 30 ECTS umrechnen, aber bestätige die genaue Umrechnung mit deiner Koordination. Die Arbeitslast ist höher als in vielen europäischen Systemen, mit wöchentlichen Readings und Problem Sets, aber die Kurswahl ist breit und englischsprachige Optionen sind die Norm, keine Ausnahme. HKU und HKUST tragen die größten internationalen Namen.
🛂
Visa & Papierkram
Das hängt von deiner Staatsangehörigkeit ab, aber fast jede:r braucht ein Studierendenvisum, um hier zu studieren. Hongkong hat ein eigenes Einwanderungssystem, getrennt von Festlandchina, ein China-Visum deckt dich also nicht ab und bringt dich auch nicht über die Grenze. Deine Gastuni fungiert als lokaler Sponsor und begleitet dich durch den ganzen Prozess, allein macht das keinen Sinn.
Du füllst den Studienantrag aus (Formular ID995A), deine Uni reicht ihn mit einer Sponsorship Undertaking ein, und die Bearbeitung dauert etwa sechs bis acht Wochen, also fang an, sobald du nominiert bist. Halt deinen Pass weit über deinen Aufenthalt hinaus gültig. Das Visum gilt nur fürs Studium, du darfst also generell nicht außerhalb des Campus arbeiten. Und wenn du nach Shenzhen oder ins restliche Festlandchina willst, brauchst du dafür ein separates chinesisches Visum, das du selbst organisierst.
Sponsor: deine Gastuni übernimmt den Antrag
Formular ID995A + Sponsorship Undertaking — rechne 6-8 Wochen ein
Getrennte Systeme: ein HK-Visum ist kein China-Visum (fürs Festland brauchst du beide)
Kein Job außerhalb des Campus mit Studierendenvisum
🍽️
Essen, Kultur & Alltag
Du wirst von kantonesischem Essen leben und es lieben: Dim-Sum-Brunches (Yum Cha), Cha-Chaan-Teng-Cafés für Milchtee und ein warmes Pineapple Bun, Dai-Pai-Dong-Straßenstände, Räuchergans und Char Siu, Wonton-Nudeln und Egg Tarts. Mahlzeiten sind gemeinschaftlich und schnell, Mittagessen um 13 Uhr, Abendessen läuft spät. Trinkgeld ist eher kein Ding, ein 10%iger Servicezuschlag steht meist schon auf der Rechnung.
Ein paar Dinge überraschen Studierende: an Straßenständen bar zahlen, sonst überall mit Octopus tappen, auf Rolltreppen rechts stehen, und pack einen Hoodie ein, denn die Innenraumklimaanlage ist arktisch. Der Sommer ist brutal schwül mit Taifun-Saison, und ein T8-Signal streicht den Unterricht (ein echter 'Typhoon Day'). Plan dein Semester um die großen Feste: Chinesisches Neujahr, das laternenerleuchtete Mid-Autumn Festival mit Mondkuchen, Drachenboot-Rennen und Cheung Chaus verrücktes Bun-Tower-Gerangel.
🏙️
Die besten Städte für deinen Austausch
Studcasa listet Hongkong als eine einzige Stadt, was fair genug ist, denn es ist ein dichter Stadtstaat, in dem dein 'Viertel' eigentlich dein Uni-Bezirk ist. Wo du dich niederlässt, hängt davon ab, an welchem Campus du bist und wie viel Pendelzeit und Miete du verträgst.
Hong Kong Island (HKU) — zentral und fußläufig, Nightlife vor der Tür, am teuersten
Kowloon (PolyU, Mong Kok, Sham Shui Po) — günstiger und dichter, bestes Street Food
Sha Tin & New Territories (CUHK) — grüner und ruhiger, längerer MTR-Pendelweg
Clear Water Bay (HKUST) — an der Küste und ruhig, etwas isoliert, top zum Fokussieren
✈️
Reisen & Wochenendtrips
Du musst Hongkong nicht verlassen, um dich wie auf Reisen zu fühlen, etwa 40% davon sind Country Park. Verbring Wochenenden mit Wandern auf dem Dragon's Back oder einem Stück des MacLehose Trail und belohn dich danach mit einem Strand. Fähren zu den vorgelagerten Inseln sind der klassische Broke-Student-Move: Cheung Chau für Seafood und Leihräder, Lamma für einen entspannten Tag und Spaziergang, Lantau für den Big Buddha und das Fischerdorf Tai O.
Wenn du einen richtigen Trip willst, ist Macau eine Stunde per Fähre entfernt für portugiesische Egg Tarts und Casino-Zuschauen. Der Flughafen liegt an einer Zuglinie und HK Express fliegt spottbillig durch Asien, also schnapp dir die Wochenmitte-Deals nach Taipeh, Manila, Bangkok oder Osaka. Denk nur dran, dass Shenzhen und Festlandchina das separate chinesische Visum brauchen, das du frühzeitig organisieren musst.
Vorgelagerte Inseln (Cheung Chau, Lamma, Lantau) — Fähren-Tagestrips für ein paar €
Dragon's Back / MacLehose Trail — kostenlose Wanderungen mit Skyline- und Meerblick
Macau — 1 Std. Fähre, Egg Tarts und alte portugiesische Gassen
Shenzhen — schneller Grenzübertritt, aber braucht vorher ein China-Visum
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Insider-Tipps & Anfängerfehler
Ein paar Gewohnheiten trennen die Studierenden, die aufblühen, von denen, die das Semester gestresst und pleite verbringen. Das meiste läuft darauf hinaus, die Unterkunft früh zu regeln, lokal zu essen und Wetter wie Papierkram zu respektieren.
Hol dir eine Octopus-Karte am Flughafen, bevor du irgendwas anderes tust
Bewirb dich für Halls, sobald das Portal öffnet, private Miete ist brutal
Iss bei Cha Chaan Teng und Dai Pai Dong, nicht in Central-Restaurants
Trag ganzjährig eine leichte Schicht dabei, die Innenraumklimaanlage friert dich ein
Hol dir die Apps: OpenRice (Essen), MTR Mobile und HK Observatory für Taifune
Regel ein China-Visum im Voraus, wenn du nach Shenzhen willst
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