Rumänien ist das bestgehütete Geheimnis von Erasmus: Kaum jemand wählt es als Erstwunsch, aber niemand bereut es. Ultra günstige Miete und Nahverkehr, fast kostenlose Züge im ganzen Land, riesige Erasmus-Crowds in Bukarest, ein zu Fuß erkundbares kleines Wien in Timisoara, und genug Karpatengipfel, Schwarzmeerstrände und Bootstouren im Donaudelta, um jedes freie Wochenende zu füllen.
Währung
Romanian leu (RON)
Sprachen
Rumänisch (eine lateinische Sprache, leicht zu lesen, aber schwer zu verstehen beim Hören); Englisch ist unter jüngeren Leuten verbreitet, besonders in Bukarest
Notrufnummer
112
Monatsbudget
450–750 € / Monat
Beste Reisezeit
Die meisten Austausche laufen im Frühjahrssemester von Februar bis Juli, ein kalter Start und ein heißes, festivalreiches Ende.
Fortbewegung
Metro und Bolt decken die Städte ab, und eine Studierendenkarte senkt die Zugpreise für Wochenendtrips um 90 Prozent.
Das Visum in einem Satz
Als EU-Land verlangt Rumänien von EU- oder EWR-Austauschstudierenden kein Visum, nur die übliche EHIC-Karte, eine Zusatzreiseversicherung und eine Ariane-Anmeldung.
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Warum Austausch in Rumänien
Rumänien steht bei kaum jemandem ganz oben auf der Liste, ECAM-Studierende nennen es offen ihre vierte oder fünfte Wahl. Trotzdem ist das Urteil der Ehemaligen über mehr als dreißig Berichte hinweg einstimmig: null Reue. Bukarest bietet dir einen zwei Millionen Einwohner starken Erasmus-Hub mit einer riesigen internationalen Studierendenszene, Direktflügen und günstigen Zügen auf den Balkan, in die Türkei und nach Mitteleuropa, sowie ein Stundenplan, der locker genug ist, um ihn auf zwei Tage zu komprimieren und den Rest der Woche zu reisen. Timisoara bietet den gleichen Mehrwert in einem fußgängerfreundlichen, kompakten Paket. Keine der beiden Städte ist im klassischen Sinne hübsch, Bukarests kommunistische Wohnblocks und rissige Balkone sind real, aber beide sind lebendig, günstig und voller versteckter Ecken, sobald du anfängst zu erkunden.
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Studentenleben & die Social Scene
Die Erasmus-Szene ist riesig und gut organisiert: ESN Poli und Happy Erasmus bieten Buddy-Programme und monatliche Events an, darunter das viertägige Strandwochenende in Vama Veche am Schwarzen Meer, das vierhundert Austauschstudierende aus ganz Rumänien anzieht. In Bukarest spielt sich das Nachtleben in der Altstadt rund um die Piata Unirii ab, mit Bars und Clubs, die bis sechs oder sieben Uhr morgens geöffnet haben, House- und Techno-DJs und Studierendenlieblingen wie Mojo und Control Club. Timisoaras gesamtes Studentenleben dreht sich um die aleea studentilor, eine Fußgängerzone mit Wohnheimen, Bars und günstigem Essen am Fluss Bega, auch wenn die Bars früher schließen und die Stimmung entspannter ist als in der Hauptstadt.
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Geld & Lebenshaltungskosten
Rumänien war früher das Land, in dem alles viermal weniger kostete, dieser Abstand hat sich verkleinert. Einkäufe bei Carrefour oder Auchan liegen mittlerweile nahe an französischen Preisen, während Lidl und Kaufland wirklich günstig bleiben. Was noch ein Schnäppchen ist: Miete, Nahverkehr, Ausgehen und Essen in lokalen Lokalen. Studentenwohnheime kosten je nach Stadt 40 bis 120 Euro im Monat, ein Bier 1,5 bis 3 Euro, ein komplettes Restaurantessen 5 bis 15 Euro, und eine Bolt-Fahrt quer durch die Stadt kostet selten mehr als 5 Euro. Nimm etwas Bargeld mit: Viele Vermieter und Marktstände erwarten immer noch Lei in bar statt Karte.
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Eine Unterkunft finden
Zwei klare Wege. Wohnheime der Uni sind günstig, 100 bis 120 Euro im Monat in Bukarest, 50 bis 60 Euro in Timisoara, und stecken dich direkt mitten in die Erasmus-Crowd, auch wenn die Zimmer geteilte Doppelzimmer mit einfachen Küchen und gelegentlichen Warmwasserausfällen sind. WGs in Bukarest kosten je nach Standard 240 bis 450 Euro im Monat, zu finden über Seiten wie Imobiliare.ro, Erasmus-Facebook-Gruppen oder Mundpropaganda. Rechne mit Kautionen in bar und lass dir vor der Unterschrift immer den Erdbebenrisiko-Aufkleber und die Bettwanzen-Situation zeigen. In Timisoara reicht ein Häkchen auf dem Einschreibeformular, und dir wird automatisch ein Wohnheimplatz zugewiesen, keine separate Wohnungssuche nötig.
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Fortbewegung
Der größte Transportvorteil eines Austauschs in Rumänien: Eine rumänische Studierendenkarte gibt dir 90 Prozent Rabatt auf Zugfahrten, sodass du das ganze Land für ein paar Euro durchqueren kannst. Bukarest hat eine moderne Metro, letzter Zug gegen 23 Uhr, plus ein eigenes Bus- und Straßenbahnnetz mit eigener Ticket-App. Timisoara ist kompakt genug, um alles in 15 bis 20 Minuten zu Fuß zu erreichen. Bolt und Uber fahren in beiden Städten rund um die Uhr für 2 bis 5 Euro pro Fahrt und sind nach Einbruch der Dunkelheit die sicherere Wahl gegenüber den gelben Taxis, die dafür bekannt sind, Touristen zu überteuern. Die Züge selbst sind langsam, im ganzen Land gibt es keine Hochgeschwindigkeitsstrecke.
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Unis & Studium
Beide Gastuniversitäten, die Politehnica Bukarest (UPB) und die Politehnica Timisoara (UPT), sind ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet mit wirklich entspannter Benotung für Austauschstudierende. Den eigenen Stundenplan zusammenzustellen ist die von allen gefürchtete Aufgabe, rechne mit zwei bis drei Wochen Phantomkursen, falschen Räumen und neu geschriebenen Learning Agreements, bevor sich alles einpendelt. Plane also, deine Kurse auf zwei oder drei Tage zu bündeln. Speziell in Timisoara wird bei manchen Fakultäten, berichtet wurde von Maschinenbau und Energietechnik, teilweise oder komplett auf Rumänisch unterrichtet, obwohl die Kurse als Erasmus-Kurse gelistet sind. Es lohnt sich also, die Unterrichtssprache direkt bei ehemaligen Austauschstudierenden zu bestätigen, nicht nur im Kursverzeichnis nachzuschauen.
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Visa & Papierkram
Als EU-Land verlangt Rumänien von Inhabern eines EU- oder EWR-Passes nichts außer den Unterlagen, die jeder Austauschstudent ohnehin schon mitbringt. Es gibt kein Visumverfahren, keine Aufenthaltserlaubnis und keine Grenzkontrolle, um die man sich sorgen müsste.
Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) plus eine von den meisten Schulen verlangte Zusatzreiseversicherung, ab etwa 20 bis 50 Euro im Monat.
Melde deinen Aufenthalt vor der Abreise auf der Ariane-Plattform von France Diplomatie an.
Rumänien ist in der EU, aber nicht in der Eurozone: Nimm eine gebührenfreie Karte wie Revolut mit und nutze Geldautomaten von ING oder Banca Transilvania für die besten Wechselkurse.
Hol dir gleich nach der Landung eine lokale SIM-Karte von Vodafone oder Telekom, ab 5 bis 7 Euro für nahezu unbegrenztes Datenvolumen, und meide die Kioske am Flughafen.
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Essen, Kultur & Alltag
Erwarte deftige, fleischlastige Gerichte: Schwein und Huhn, Polenta, Ciorba-Suppen, Sarmale-Kohlrouladen, gegrillte Mici-Würstchen, Covrigi-Brezeln und das Papanasi-Dessert, Vegetarier müssen etwas mehr suchen. Rumäniens kommunistische Vergangenheit prägt den Alltag noch immer, von grauer Blockarchitektur bis zu einer auffallend starren Verwaltung außerhalb der internationalen Büros, aber der berichtete erste Eindruck von Kühle weicht schnell echter Wärme, sobald man ins Gespräch kommt. Rund 89 Prozent des Landes sind orthodox, und religiöse Feiertage werden verbreitet begangen. Leitungswasser sollte man besser meiden, besonders in Timisoara, und Restaurants berechnen routinemäßig Brot und Wasser, das solltest du bei der Rechnung einplanen.
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Beste Städte für deinen Austausch
Bei Studcasa bedeutet Rumänien meist eine Wahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Politehnica-Campus.
Bukarest: eine zwei Millionen Einwohner starke Hauptstadt und der größte, internationalste Erasmus-Hub des Landes, mit Nachtleben, Parks und einem komprimierten Stundenplan, der wie gemacht ist für Wochenendtrips.
Timisoara: genannt das kleine Wien, eine fußgängerfreundliche Stadt am Fluss mit den günstigsten Studentenunterkünften im gesamten Korpus, und Serbien sowie Ungarn gleich hinter der Grenze.
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Reisen & Wochenendtrips
Innerhalb Rumäniens öffnet dir die fast kostenlose Studierenden-Zugkarte Brasov, Sinaia, Sibiu, Sighisoara, Cluj-Napoca und die Schwarzmeerküste, während die Bergstraße Transfagarasan und die Bootstour im Donaudelta immer wieder als absolutes Muss beschrieben werden. Von Bukarest aus erreichen Nachtbusse Istanbul, mit einer Verlängerung nach Kappadokien, und Sofia in etwa sieben bis elf Stunden, und Direktflüge mit Wizz Air oder Ryanair verbinden dich mit dem Rest Europas. Von Timisoara aus ist Budapest eine 19 Euro teure Flixbus-Fahrt und ein Top-Wochenendziel, und Belgrad erreichst du mit einem Tür-zu-Tür-Minibus für etwa 50 Euro, da es keine direkte öffentliche Verkehrsverbindung gibt.
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Insider-Tipps & Anfängerfehler
Hol dir gleich nach der Ankunft im Sekretariat deine rumänische Studierendenkarte, sie schaltet den 90-prozentigen Rabatt auf Zug und Metro frei, und niemand gibt sie dir automatisch. Kauf eine lokale SIM-Karte in der Stadt statt am Flughafen, hab etwas Bargeld für Miete und Märkte dabei, und sag dem Kellner vorab Bescheid, wenn deine Gruppe die Rechnung splitten will. Überquere Straßen nur bei Grün, Einheimische gehen nie bei Rot, und der Verkehr ist die wirkliche Gefahr im Land. Prüfe jede Wohnung vor der Unterschrift auf Bettwanzen und ihre Erdbebeneinstufung, und wenn du in die Karpaten aufbrichst, wandere in der Gruppe und nimm Bärenspray mit.
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